Physik im Theater

Öffentliche Vortragsreihe

Es ist ein Anliegen des Mainzer Instituts für Theoretische Physik, Themen aus der aktuellen Forschung allgemeinverständlich aufzubereiten und aus dem Campus hinaus zu tragen. Wir bedanken uns für die große Resonanz, die rege Teilnahme und interessanten Diskussionen und freuen uns auf weitere spannende Vorträge.

Nächster Vortrag in der Reihe Physik im Theater


5. Juni 2019, 19:00 Uhr

​Großes Haus des Staatstheaters Mainz

Prof. Dr. Immanuel Bloch
Max-Planck-Institut für Quantenoptik / Ludwig-Maximilians-Universität München

Kälter geht (fast) nicht
Experimentieren mit den kältesten Objekten des Universums

Vor fast 90 Jahren trafen der indische Physiker S.N. Bose und Albbert Einstein eine kühne Voraussage: bei starker Abkühlung eines Gases sollte sich ein neuer Materiezustand herausbilden. Alle Atome würden sich dabei wie eine laserartige Welle verhalten, ein Zustand, mit dem eine perfekte Kontrolle über Materie gelänge. Erst 70 Jahre später -im Jahr 1995- konnte dieser Materiezustand von E. Cornell, C. Wieman und W. Ketterle (Nobelpreis 2001) realisiert werden, bei Temperaturen von nur einem millionstel Kelvin oberhalb des absoluten Temperaturnullpunkts! All dies gelingt in komplexen Apparaturen mit hunderten von optischen Elementen sowie einer Kombination aus Laserlicht und magnetischen Fallen, ganz ohne konventionelle Kühltechnik.

Im Vortrag sollen die Geschichte der ultrakalten Atome und ihre Anwendungen in der modernen Festkörper-, Hochenergie- und statistischen Physik vorgestellt werden. Kalte Atome lassen sich zum Beispiel in mikroskopischen laserpinzettenartigen Fallen aus Licht einfangen. Durch Überlagerung von Laserstrahlen aus verschiedenen Richtungen lassen sich nahezu beliebige Kristallstrukturen nachbilden. Solche Kristalle aus Licht dienen heute als Grundlage der weltweit genauesten Uhren und erlauben einen bisher noch nie dagewesenen Einblick in die Quantenwelt der Materie. Außerdem bilden Sie die Grundlage für zukünftige Quantensimulatoren und Quantencomputer im neuen Forschungsgebiet der Quantenwissenschaft und -Technologie.

Immanuel Bloch wurde 1972 in Fulda geboren. Er studierte von 1991 bis 1995 Physik in Bonn und wurde nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt in Stanford im Jahr 2000 an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zum Dr. rer. nat. promoviert. Nachdem er 2003 Angebote der Universitäten Stanford und Yale abgelehnt hatte, war er seit Ende 2003 Professor an der Universität Mainz. Seit 2009 ist er Wissenschaftlicher Direktor am Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching und Inhaber des Lehrstuhls für Quantenoptik an der LMU. Immanuel Bloch wurde u.a. mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft (2002), dem Leibniz-Preis der DFG (2004), dem Hector Wissenschaftspreis (2013), dem Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft (2013) und dem Harvey Prize (2016) ausgezeichnet. Er ist Träger des Bundesverdienstordens (2005) und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina (2011), der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (2018), sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (2018).

Ticketvorverkauf startet im April

Tickets für die Veranstaltung sind ausschließlich online über https://ticket.staatstheater-mainz.de für 5 EUR/Karte erhältlich. In der Schutzgebühr enthalten ist die Hin- und Rückfahrt zum Theater mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Rücknahme der Karten ist ausgeschlossen.

Wir informieren Sie gerne über kommende Vorträge und freuen uns auch über Rückmeldungen und Anregungen zu unserer Reihe. Bitte schreiben Sie uns bei Interesse eine E-Mail.