Physik im Theater

Öffentliche Vortragsreihe

Es ist ein Anliegen des Mainzer Instituts für Theoretische Physik, Themen aus der aktuellen Forschung allgemeinverständlich aufzubereiten und aus dem Campus hinaus zu tragen. Wir bedanken uns für die große Resonanz, die rege Teilnahme und interessanten Diskussionen und freuen uns auf weitere spannende Vorträge.

Sonntag, 24. März 2024, 19:00 Uhr - Großes Haus, Staatstheater Mainz

Prof. Dr. Alexej Jerschow

(New York University, USA)

Wiederaufladbare Batterien – Was bringt die Zukunft? - Vortrag mit musikalischer Begleitung: klassische und innovative Live-Theremin-Musik von Grégoire Blanc (siehe unten).

Smartphones, iPads, Laptop-computer – sie alle sind auf die Verfügbarkeit leistungsfähiger wiederaufladbarer Batterien angewiesen. Zudem tragen Lithium-Ionen-Batterien wesentlich dazu bei, die Elektrifizierung des Verkehrs zu revolutionieren. Zwei wichtige Aspekte, die sofort in den Sinn kommen, sind die Häufigkeit, mit der wir Batterien aufladen müssen, sowie die Kosten und das Gewicht dieser Geräte. In Jerschows Vortrag wird erläutert, was Batterien eigentlich sind, warum Lithium-Ionen-Batterien derzeit die erfolgreichsten sind, wie sie in unseren Energiemix passen und welche Versprechen sie für die Zukunft halten. Abschließend wird Prof. Jerschow auch seine Arbeit an der Batteriediagnostik vorstellen, die auf Magnetresonanzbildgebung und Magnetometrie basiert – eine Arbeit, die ihn auch zur JGU und zum Helmholtz-Institut in Mainz geführt hat.

Die Techniken können Veränderungen in der Elektrochemie der Elektrode erkennen, die beim Laden und Entladen der Batterie auftreten, oder können eine Reihe verschiedener Defekte in frühen Stadien feststellen. Insbesondere kann man auch die Verteilung des Ladezustandes bestimmen (wo Ladung in der Zelle gespeichert ist), und Stromverteilungen charakterisieren. All dies ermöglicht schon jetzt eine detaillierte Charakterisierung von Batterien, die in jedem Stadium deren Lebenszyklus eingesetzt werden könnten (bis hin zum Recycling). Ziel dieser Arbeiten ist es, die Sicherheit und Leistung von Batterien zu verbessern, die Lebensdauer besser vorherzusagen, und die Entwicklung von Batterien der nächsten Generation zu unterstützen.

Alexej Jerschow ist Professor für Chemie der New York University. Er promovierte 1997 an der Johannes Kepler Universität Linz, und forschte danach als Postdoc zunächst an der Universität von Lausanne und danach an der Universität Berkeley. 2001 trat er die Professur an der NYU an und etablierte eine multidisziplinare Arbeitsgruppe im Bereich der Kernresonanzspektroskopie und -tomographie. Seine Arbeit erstreckt sich von Anwendungen in der Medizin über Methodenentwicklung und Grundlagenforschung, sowie zu Anwendungen in der Batterieforschung. Insbesondere entwickelte er eine neuartige Methode zur Untersuchung von wiederaufladbaren Batterien. Kürzlich erhielt er den ersten Carl-Zeiß Humboldt Preis, der ihn nach Mainz bringt und der eine Zusammenarbeit mit Prof. Dmitry Budker von der Johannes Gutenberg-Universität und dem Helmholtz Institut Mainz ermöglicht. Gemeinsam planen die Forscher weitere Methoden zur Batterieentwicklung zu etablieren, sowie neuartige Messmethoden zu entwickeln.

Die Veranstaltung wird im Rahmen der Carl-Zeiss-Humboldt Lecture gefördert. Diese ist Teil des Förderprogramms des Carl-Zeiss-Humboldt Preises. Die Alexander von Humboldt-Stiftung verleiht jährlich einen von der Carl-Zeiss-Stiftung gestifteten Carl-Zeiss-Humboldt-Forschungspreis an eine international anerkannte Wissenschaftspersönlichkeit aus dem Ausland. Verliehen wird der Preis an Wissenschaftler*innen, die mit ihrer Forschung ihr Fachgebiet auch über das engere Arbeitsgebiet hinaus nachhaltig geprägt haben und die zudem zur Förderung der Diversität im MINT-Bereich beitragen.

Grégoire Blanc ist ein junger französischer Musiker, der vor allem für seine Arbeit mit dem Theremin bekannt ist – diesem einzigartigen Musikinstrument, das in den 1920er Jahren erfunden wurde und bis heute trotz seines sehr minimalistischen Designs eines der ausdrucksvollsten elektronischen Instrumente bleibt. Er ist als vielversprechender Künstler bekannt und wird regelmäßig eingeladen, in verschiedenen Kontexten aufzutreten: klassische Konzerte, zeitgenössisches Theater und Tanzvorführungen, Vorträge, Studioaufnahmen auf der ganzen Welt, von Kanada bis Kasachstan. Seine laufende künstlerische Forschung konzentriert sich auf die Ausdrucksfähigkeit in der elektronischen Musik und führt ihn dazu, neue Perspektiven zu erforschen, Töne und Techniken zu vermischen, um sein eigenes musikalisches und klangliches Vokabular zu entwickeln.

Der Theremin verwendet zur Musikerzeugung Antennen die die Veränderung von elektrischen und magnetischen Feldern wahrnehmen. Dieser Effekt stellt eine perfekte Verbindung zum Thema des wissenschaftlichen Vortrags von Jerschow dar, da auch hier elektrische und magnetische Felder im Spiel sind.

Das musikalische Programm wird sowohl klassische wie auch moderne Musik umfassen.

Mehr über den Musiker gibt es hier: http://gregoireblanc.com/en/bio/

Wichtige Information zum Ticketvorverkauf 

Tickets für die Veranstaltung sind ausschließlich online über https://ticket.staatstheater-mainz.de für EUR 5,50 pro Karte erhältlich. Der Vorverkauf für Prof. Jerschow beginnt am 13.01.2024. In der Schutzgebühr enthalten ist die Hin- und Rückfahrt zum Theater mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Rücknahme der Karten ist ausgeschlossen.

Staatstheater Mainz - Serviceseite und aktuelle Informationen

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